Adipositas und COVID-19: Körperfett steigert Erkrankungsrisiko

Adipositas erhöht das Risiko, an COVID-19 zu erkranken. Bei Übergewichtigen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 30 ist zudem ein schwerer oder gar tödlicher Infektionsverlauf deutlich häufiger. Das zeigen Meta-Analysen vorliegender Beobachtungsstudien aus der ersten Corona-Welle. Die prozentuale Risikoerhöhung liegt bei + 46 % (positive Testergebnisse), 113 % (stationäre Behandlung), 74 % (Intensivstation), 66 % (künstliche Beatmung) bzw. 48 % (Erkrankung mit Todesfolge).

Eine besondere Rolle spielt die bei starkem Übergewicht deutlich vergrößerte Körperfettmasse, denn das Fettgewebe kann offenbar den Coronaviren vom Typ SARS-CoV-2 als Reservoir im menschlichen Körper dienen. Um die Frage der Kausalität noch besser zu beantworten, wurde im medizinischen Forschungsverbund UNIKA-T an den Universitäten in München und Augsburg dazu eine Mendelsche Randomisierungs-Studie durchgeführt. „Damit können wir klar zeigen, dass Adipositas signifikant das COVID-19-Risiko erhöht“, erklärt der Epidemiologe Jakob Linseisen. „Da Adipositas-Begleitkrankheiten diesen Zusammenhang erklären könnten bzw. Mediatoren sein könnten, wurden die Analysen auch für Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen adjustiert. Auch hier bestätigt sich der direkte und robuste Zusammenhang zwischen Adipositas und dem Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und die Schwere des Verlaufs.“

Heiko Zentgraf, www.bzfe.de

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