Bärlauchsammeln: Vorsicht Verwechslungen!

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist vor allem in Auwäldern heimisch und kommt im Frühling oft massenhaft vor. Die Blätter riechen stark nach Knoblauch, enthalten reichlich Vitamine und Mineralstoffe und zählen z. B. als Würzmittel oder Salat zu den gesündesten Frühjahrsspeisen. Denn ihre Inhaltsstoffe wirken unter anderem verdauungsanregend, durchblutungsfördernd, entgiftend, stärkend und appetitanregend. Die Kehrseite: Bärlauchblätter können mit den giftigen Blättern der Herbstzeitlose oder des Maiglöckchens verwechselt werden, warnt die Vergiftungszentrale der Uniklinik Freiburg.

Insbesondere der Verzehr der hochgiftigen Herbstzeitlose hat in der Vergangenheit immer wieder zu schwer oder sogar tödlich verlaufenden Vergiftungen geführt. Sie ist ein bis zu 20 cm hohes Kraut mit länglich-lanzettlichen Blättern, die bis zu 40 cm lang werden können. Die Pflanze blüht im Herbst meist hellrosa. Eine Vergiftung macht sich durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle bemerkbar. Entscheidend ist eine möglichst frühzeitig nach Verzehr einsetzende Therapie. Auch Maiglöckchenblätter verursachen aufgrund der Ähnlichkeit immer wieder Vergiftungen bei Bärlauchsammlern. Typisch dafür sind Durchfälle und Erbrechen sowie gelegentlich Herzrhythmusstörungen. Daher sollte man unbedingt die Unterscheidungsmerkmale kennen:

  • Bärlauchblätter sind gestielt und riechen, besonders beim Zerreiben zwischen den Fingern, deutlich nach Knoblauch.
  • Die Blätter der Herbstzeitlose sind stiellos und geruchlos.
  • Maiglöckchenblätter sind wie Bärlauch gestielt und wachsen häufig gemeinsam mit diesem an einem Standort. Den Maiglöckchenblättern fehlt jedoch ebenfalls der lauchartige Geruch des Bärlauchs.

Somit erlaubt der starke Knoblauchgeruch eine sichere Unterscheidung gegenüber den geruchsfreien Giftpflanzen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Hände zuvor nicht bereits intensiven Kontakt zu Bärlauchblättern hatten. Dann überdeckt ihr Geruch den aller weiteren geprüften Blätter.

Sollte es zu Beschwerden nach Genuss einer Bärlauchmahlzeit kommen, sollte ein Arzt aufgesucht, oder eine Giftinformationszentrale kontaktiert werden (z. B. Giftnotruf Berlin unter 030 19240 oder Giftnotruf Freiburg unter 0761/192 40).

Im Zweifelsfall sollten wild gesammelte Bärlauchblätter nicht verzehrt werden: Auch gut sortierte Wochen- und Supermärkte bieten frischen Bärlauch an – ganz ohne Verwechslungsgefahr.

Quelle: www.uniklinik-freiburg.de

Foto: © Büro Z - stock adobe

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