Bouldern: Klettern ohne alles

Klettern ohne Sicherungsseil? Das klingt ziemlich unvorsichtig, ist es aber nicht, denn dahinter steht eine immer beliebtere Sportart: Bouldern. Das ist pures Klettern ohne alles. Ganz unkompliziert können Sie so erste Klettererfahrungen sammeln, sich an kreativen Routen auspowern und ganz nebenbei Koordination, Kraft und Beweglichkeit verbessern.

Bouldern kommt von dem englischen Wort „boulder“, was „Felsblock“ bedeutet. Genau dieser steht auch im Mittelpunkt des Sports, denn geklettert wird nur in einer Höhe, von der man noch abspringen kann, ohne sich zu verletzen.

Wer an einer künstlichen oder natürlichen Boulderwand klettert, wird schnell feststellen, dass dies trotz der fehlenden Höhenmeter keinesfalls einfacher ist. Auch in geringer Höhe lassen sich alle faszinierenden Aspekte des Kletterns erleben: greifen, festhalten und Routen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad überwinden. Das ist herausfordernd und macht Spaß. Natürlich ist auch für die Sicherheit gesorgt: In den Kletterhallen dämpfen ausgelegte Crashpads, also weiche Matten, mögliche Stürze.

Der Trendsport macht nicht nur Spaß, sondern kann sogar das schweißtreibende Training im Fitnessstudio ersetzen. Denn die Kletterzüge erfordern eine Mischung aus Kraft, Technik, Körpergefühl und Beweglichkeit. Bouldern aktiviert nahezu alle Muskelgruppen, was es zum idealen Krafttraining für den ganzen Körper macht. Jeder mit einer gewissen Grundfitness kann es ausprobieren und braucht für den Anfang nicht mehr als ein Paar Kletterschuhe.

Wer unter Burn-out, Depressionen oder Angstzuständen leidet, dem könnte Bouldern ebenfalls helfen. Eine wissenschaftliche Studie des Universitätsklinikums Erlangen fand innerhalb einer therapeutischen Boulder-Gruppe heraus, dass dieser Sport sehr positiv auf die Psyche wirkt. Patienten berichten, dass sie ein gutes Körpergefühl erlernen und der Umgang mit den eigenen Grenzen trainiert wird, aber auch Angst und Vertrauen beim Bouldern optimal geschult werden. Und: Man hat keine Zeit zum Grübeln, denn man muss an der Felswand immer im Hier und Jetzt sein.

Foto: © Iakov Filimonov - stock.adobe

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