Dem Kopfschmerz davonlaufen

Kennen Sie das? Bei Anspannung, Krankheit oder Wetterumschwung brummt der Kopf – von leichtem Spannungsgefühl bis hin zu heftig pochendem Schmerz. Doch häufig können Sie den Kopfschmerzen buchstäblich davonlaufen. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.

Meist harmlos, aber ein wichtiges Signal

In rund 90 % der Fälle lässt sich keine bestimmte körperliche Ursache feststellen. Meist ist jedoch Stress beteiligt. Muskeln und Nerven stehen dann unter erhöhter Spannung und Aktivität. Ob Hektik, Sorgen, Überforderung, Dauerkonflikte, Ängste, fehlende Bestätigung oder Einsamkeit: Alles, was das emotionale Gleichgewicht stört, ist „Kopfsache“. Auch Reizüberflutung, z. B. in Form von Lärm, grellem oder rasch wechselndem Licht, langen Bildschirmsitzungen, unregelmäßigem Schlaf oder täglichen Aufgabenbergen zählt zu den Ursachen, ebenso wie Luftdruckschwankungen oder schlechte Luft. Auch Medikamente, Schadstoffe, Histamin in der Nahrung (z. B. Rotwein, Bier, Sauerkraut) sowie übermäßiger Kaffee- und Alkoholgenuss können beteiligt sein.

Gleichzeitig sind Kopfschmerzen das häufigste Begleitsymptom körperlicher Störungen wie Infektionen, Nervenschmerzen, Zahnfehlstellungen, Flüssigkeitsmangel, Hormonschwankungen, Entzündungen im Kopfbereich (z. B. Zähne, Nebenhöhlen) oder Verspannungen der Rücken-, Nacken- oder Kaumuskulatur.

Spannungskopfschmerz: Schnelle Hilfe mit Bewegung und Pausen

Um eine Erkrankung handelt es sich bei Kopfschmerzen dann, wenn sie schon mindestens zehnmal charakteristisch aufgetreten sind und das Leben deutlich beeinträchtigen. Mit Spannungskopfschmerz als häufigster Kopfschmerzform und typisches Stresssymptom haben die meisten Menschen Erfahrung. Die drückend-ziehenden, leichten bis mittelschweren Schmerzen erfassen den ganzen Kopf, können zwischen einer halben Stunde und sieben Tagen andauern und kehren meist wieder.

Hier schaffen Bewegung und Entspannung meist Abhilfe. Spaziergänge, Radfahrten oder Sport lindern die Schmerzen ebenso wie ausruhen im Liegestuhl und der Verzicht auf Reizüberflutung durch digitale Medien und Lärm. Wer sonst selten Kaffee trinkt, kann auch hierdurch Besserung erreichen, denn Koffein verbessert die Durchblutung.

Migräne: 18 % der Frauen und 6 % der Männer betroffen

6 % der Männer und 18 % der Frauen, meist zwischen 25 und 45 Jahren, leiden regelmäßig unter Migräne. Ein typischer Anfall dauert mehrere Stunden und äußert sich mit heftig pochend-pulsierenden halbseitigen Kopfschmerzen, häufig verbunden mit Übelkeit, evtl. Erbrechen, Licht-, Geruchs- und Geräuschempfindlichkeit. Manche Betroffenen entwickeln zuvor eine Aura mit neurologischen Ausfallerscheinungen, z. B. Seh-, Sprach- oder Empfindungsstörungen. Migräneattacken können im Abstand von einigen Wochen bis Monaten oder sogar täglich auftreten, begünstigt durch Stress, Hormonschwankungen und Genussmittel (Alkohol, Zucker, Nikotin, Koffein).

Hausmittel: Kühle Kompresse

Bei starken Schmerzen hilft Bettruhe in einem abgedunkelten Zimmer. Zudem eignet sich ein altes Hausmittel: Legen Sie kühle Kompressen (nasses Tuch oder Gelbeutel aus dem Kühlschrank) auf Nacken und/oder Stirn und verreiben Sie einen Tropfen Minzöl auf jeder Schläfe (von Augen und Kindern fernhalten).

Notfalls können auch rezeptfreie Schmerzmittel wie ASS („Aspirin“), Ibuprofen oder Paracetamol kurzfristig helfen. Gegen Migräne werden auch Kombinationspräparate aus ASS, Paracetamol und Koffein gegeben – wenn diese nicht ausreichen, auch verschreibungspflichtige Triptane oder Mutterkornalkaloide. Schmerzmittel eignen sich jedoch keinesfalls für eine gewohnheitsmäßige oder gar dauerhafte Anwendung.

Bewegung und Entspannung bringen Entlastung

Für fast alle Kopfschmerzformen wirken lockere Bewegung und Entspannung vorbeugend. Ganzkörpersport wie Nordic Walking, Langlauf, Fitnesstraining, Schwimmen, Crosstrainer sowie Massagen und Sauna reduzieren Verspannungen im Bereich von Kopf und Wirbelsäule. Rückentraining und gesundes Sitzen unterstützen eine gesunde und entspannte Körperhaltung. Experten empfehlen: Bewegen Sie sich so viel wie möglich – mindestens dreimal wöchentlich eine Stunde Sport oder zwei Stunden intensive Bewegung. Essen Sie leicht und gemüsereich und trinken Sie täglich mindestens 1,5 l Wasser. Ein regelmäßiger Tagesrhythmus fördert eine entspannte Grundhaltung. Ein Kopfschmerztagebuch (z. B. unter www.dmkg.de) hilft dabei, Auslöser zu ermitteln und zu vermeiden.

Quelle: www.text-gesundheit.de

Foto: © JOSEP SURIA - stock.adobe

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