Entrümpeln: Lebensraum statt Lagerraum

Endlich werden die Tage wieder länger und wärmer. Zeit zum Entrümpeln. Denn laut Statistischem Bundesamt besitzt jeder Mensch in Deutschland etwa 10.000 Dinge – viel mehr als er benutzen kann.

Welche Dinge brauchen wir wirklich?

Besitzen Sie mehr als 12 Teller, 10 Paar Socken, 7 Handtücher, 6 Schraubenzieher, 3 Bratpfannen und 2 Winterjacken? Alles, was in unseren Räumen oder auf unseren Flächen lagert, kostet uns Platz, Zeit, Geld, Aufmerksamkeit und oft auch Lebensqualität. Doch intuitiv möchten wir Dinge sammeln: Bücher, die niemand mehr liest und Kleidung, die nicht mehr getragen wird, füllen unser Leben ebenso an wie nicht mehr benötigte Pflanzentöpfe, Bretter, Werkzeuge und Möbel. Alte elektrische Geräte sammeln wir ebenso ambitioniert wie Handwerks- und Bastelmaterial, Schallplatten, CDs, nicht bespielte Musikinstrumente, ausrangierte Lampen, Sportgeräte, Spielsachen und Geschirr – bis hin zu defekten Rasenmähern, löchrigen Textilien oder durchgerosteten Oldtimern.

Beim Umzug kommt die Wahrheit ans Licht

Ein Umzug oder eine Wohnungsauflösung erfordert dann statt eines Kleintransporters einen 18-Tonner mit Anhänger. Bis dahin füllen nicht benötigte Dinge Schränke, Küchen, Flure, Keller, Garagen, Wände, Borde und Schuppen – Lebensraum, den wir bezahlen, beheizen, säubern, sortieren und aufräumen.

Was benötigen Sie wirklich?

Teilen Sie Ihren Hausrat in drei Kategorien ein: Dinge, die Sie …

  1. … regelmäßig benutzen.
  2. … die letzten zwei Jahre nicht benutzt haben, aber von Herzen lieben (z. B. Erbschmuck) oder aufbewahren müssen (z. B. Dokumente).
  3. … weder die letzten Jahre benutzt haben noch von Herzen lieben.

Was wir seit zwei Jahren nicht benutzt haben, brauchen wir in der Regel nicht. Einzige Ausnahme sind Herzensdinge wie ein geerbtes Schmuckstück, ein Fotoalbum oder die fünf Lieblingsbücher oder das liebste Kuscheltier der Kindheit. Der alte Küchenschrank im Keller, die nie benutzte Schwimmweste oder nicht mehr getragene Kleidung darf jedoch getrost weichen.

Verschenken ist schöner als sammeln

Sammeln Sie daher alle Dinge der Kategorie 3 (nicht geliebt und nicht benötigt) und bieten Sie sie zum Verschenken oder Verkauf an. Dazu gibt es entsprechende Rubriken bei Kleinanzeigenportalen. Auch Gegenstände und Kisten, bei trockenem Wetter mit der Aufschrift „Zu verschenken“ vor dem Haus positioniert, finden dankbaren Absatz. Kaputte Dinge wandern in den Müll. In den meisten Fällen hat niemand Zeit oder Geld, sie wieder instand zu setzen.

Mit Beistand geht es leichter

Wer bislang viel gesammelt und wenig abgestoßen hat, tut sich zunächst schwer damit. Verständlich, denn viele Menschen oder deren Eltern haben selbst noch Phasen existenziellen Mangels erlebt. Hier ist ein Helfer gefragt, der unsere Verlustangst nicht teilt. Bereits nach wenigen Schritten fällt das Aussortieren dann leichter, und wir blicken stärker auf die gewonnene Lebensqualität und Freiheit als den vermeintlichen Verlust. Wichtig: Prüfen Sie auch bei Neuanschaffungen, welche davon tatsächlich erforderlich und welche potenzielles Gerümpel sind.

Mit jedem abgestoßenen Ballast stellt sich eine tiefere Erleichterung ein: Wer weniger besitzt und mit leichterem Gepäck durchs Leben reist, bereitet sich weniger Sorgen und Aufwand, ist mobiler und unabhängiger und hat mehr Raum und Energie für „Lebendiges“.

Quelle: www.text-gesundheit.de

Foto: © Halfpoint - stock.adobe

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