Frühe Glutenzufuhr kann Zöliakie bei Kindern verhindern

Die Ergebnisse der EAT-Studie (Enquiring About Tolerance) von Forschern aus London und Seattle legen nahe, dass die frühzeitige Einführung von glutenreicher Ernährung Zöliakie vermeiden könnte. Weitere Studien sind allerdings erforderlich, um dies zu bestätigen.

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem das eigene Gewebe angreift, wenn ein Betroffener Gluten (Klebereiweiß von Getreide) verzehrt. Derzeit ist nichts bekannt, was Zöliakie vorbeugen könnte. Die Behandlung besteht deshalb darin, Gluten langfristig aus der Ernährung zu verbannen. Selbst sehr geringe Mengen können die Darmschleimhaut schädigen, die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen und Blähungen, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und Müdigkeit auslösen.

Die EAT-Studie untersuchte die Auswirkungen von Gluten neben dem Stillen ab einem Alter von vier Monaten. Die Ergebnisse wurden mit Kindern verglichen, die allergene Lebensmittel vermieden und nur Muttermilch bis zum Alter von sechs Monaten gemäß den Richtlinien der britischen Regierung bekamen.

Die Ergebnisse zeigten, dass bei Kindern, die Gluten erst nach sechs Monaten aufnahmen, Zöliakie im Alter von drei Jahren häufiger auftrat, als erwartet: bei 1,4 % dieser Gruppe. Im Gegensatz dazu gab es bei den 488 Kindern, die ab einem Alter von vier Monaten Gluten essen durften, keine Fälle von Zöliakie.

Der Hauptautor Professor Gideon Lack, Professor für pädiatrische Allergologie am King's College London und Leiter des Kinderallergiedienstes am Evelina London Children's Hospital, dazu: „Dies ist die erste Studie, die nahelegt, dass bei einer frühzeitigen Einführung von größeren Mengen Weizen in die Ernährung, und zwar noch bevor das Baby sechs Monate alt ist, die Entwicklung von Zöliakie verhindert werden kann.“

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

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