Gesund ernähren besser als Intervallfasten

Intervallfasten, also der regelmäßige Wechsel zwischen Essen nach Wahl und Fastenperioden, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der populärsten Ernährungsformen entwickelt, um das Körpergewicht zu halten oder zu reduzieren. Von sensationeller Gewichtsabnahme berichten Teilnehmer und Vertreter. Drei Trends sind besonders beliebt: das 5:2-Fasten mit fünf Essenstagen und zwei Fastentagen pro Woche, das alternierende Fasten mit Fasten- und Essenstagen im Wechsel sowie das Fasten in einem Zeitfenster von 16 bis 20 Stunden innerhalb eines Tages. („meal skipping“). Das Ausmaß der Kalorieneinsparung reicht von 75 % bis hin zum totalen Fasten. Ziel ist nicht nur der Abbau von Übergewicht und damit assoziierter Erkrankungen wie Diabetes, Koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfall, sondern auch das leichtere Durchhalten einer Diät im Vergleich zur herkömmlichen, kontinuierlichen Nahrungsreduktion.

Bisherige Studiendaten zum 5:2-Fasten oder alternierenden Fasten belegen allerdings weder stärkeren Gewichtsverlust noch Vorteile für den Stoffwechsel im Vergleich zur kontinuierlichen Gewichtsreduktion, erläuterte Professorin Anja Bosy-Westphal, Universität Kiel, auf dem Diabetes-Kongress 2018 in Berlin. Auch ist Intervallfasten nicht leichter durchzuhalten als eine kontinuierliche Maßnahme. Auch das Risiko einer neuerlichen Gewichtszunahme (Jo-Jo-Effekt) ist vergleichbar. Beim Fasten stellt sich allerdings der Stoffwechsel um, es werden vermehrt Fettsäuren freigesetzt, was sich beim Fastenbrechen ungünstig auswirkt: Nach einem Tag Fasten steigen kurzfristig Gesamtcholesterin, Leberfett und Insulinresistenz an, die Stoffwechselflexibilität nimmt ab. Daher ist eine langfristig gesunde, frische, abwechslungsreiche und fettbewusst ausgewählte Kost ohne Verbote und Hungern, begleitet von regelmäßiger Bewegung im Alltag, dem Intervallfasten vorzuziehen.

Quelle: Dr. Lioba Hofmann, www.bzfe.de

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