30 Minuten Bewegung pro Tag halbiert Herzrisiko

Sitzen wird oft als „das neue Rauchen“ bezeichnet. Es soll Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs verursachen. Wie eine australische Studie ermittelte, entscheidet jedoch weniger die Sitzzeit, sondern v. a. die tägliche Bewegung über das Gesundheitsrisiko.

Die Wissenschaftler setzten in einem Zeitraum von über neun Jahren die körperliche Aktivität von fast 150.000 Studienteilnehmern ab 45 Jahren mit den Daten des Sterberegisters in Beziehung. Die Kernbotschaft: Nicht auf das Sitzen, sondern auf die Bewegung kommt es an.

„Zum Beispiel hatten Menschen, die körperlich inaktiv waren und mehr als acht Stunden am Tag saßen, ein um 107 % höheres Risiko für einen kardiovaskulären Tod als diejenigen, die sich mindestens eine Stunde am Tag körperlich betätigten und weniger als vier Stunden saßen“, so Erstautor Professor Emmanuel Stamatakis. Dabei sei eine Stunde körperliche Aktivität am Tag gar nicht nötig. „Die Einhaltung der Empfehlung der australischen Gesundheitsbehörden von 150 bis 300 Minuten pro Woche – das entspricht durchschnittlich etwa 20-40 Minuten am Tag – scheint das Gesundheitsrisiko des Sitzens bereits zu eliminieren“, so der Forscher. Demnach gleichen etwa 30 Minuten Bewegung pro Tag das erhöhte Sterberisiko durch Sitzen aus.

„Jede Form der Bewegung ist gut für die Gesundheit, aber eine körperliche Aktivität von mittlerer bis starker Intensität – also eine Aktivität, die die Menschen aus der Puste bringt – ist die effektivste und zeiteffizienteste“, so Stamatakis. „Sport und Gymnastikübungen können die Aktivität steigern, aber sie sind nicht die einzige Option. Schnelles Gehen, Treppensteigen und Radfahren, um von Ort zu Ort zu gelangen, sind nur einige der vielen Möglichkeiten, die der Alltag bietet, um sich zu bewegen.“

Quelle: www.ranke-heinemann.de

Foto: © PointImages, Stock Adobe

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