Jeder Vierte von Venenerkrankung betroffen

Mehr als 20 Millionen Menschen sind in Deutschland von Venenproblemen betroffen. Dazu zählen Krampfadern, die chronische venöse Insuffizienz (CVI), Venenentzündungen sowie die tiefe und oberflächliche Venenthrombose. Die tiefe Venenthrombose stört jedoch nicht nur die Durchblutung im betroffenen Bein, sondern kann auch durch Ablösung des Gerinnsels eine lebensgefährliche Lungenembolie verursachen – eine plötzliche Verstopfung von Lungenarterien. Mehr als 40.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland daran – mehr als durch Verkehrsunfälle, Brust- und Prostatakrebs und HIV zusammen. Darauf macht das Aktionsbündnis Thrombose aufmerksam.

Ein Großteil der Todesfälle könnte mit der richtigen Diagnose und Behandlung verhindert werden. Oft werden jedoch erste Anzeichen einer Thrombose nicht richtig gedeutet. So können Schmerzen in der Wade, die sich wie ein Muskelkater anfühlen, oder eine Überwärmung und Verfärbung des Beins darauf hindeuten. Bei zusätzlicher Luftnot und Schwindel besteht die Gefahr einer Lungenembolie – die in 10 % der Fälle tödlich verläuft.

„Die Thrombose kennt kein Alter und kann auch bei jüngeren und sportlich aktiven Menschen auftreten. Achten Sie auf die Warnsignale Ihres Körpers und konsultieren im Zweifelsfall Ihren Arzt“, appelliert der Experte Prof. Dr. Rupert Bauersachs.

Das Thromboserisiko steigt mit dem Alter. Aber auch junge Personen können betroffen sein, insbesondere durch vererbte Blutgerinnungsstörungen, Sportverletzungen am Bein, langes Sitzen auf Reisen, Operationen, Schwangerschaft oder hormonelle Verhütung wie der „Pille“. Auch Übergewicht und Tabakkonsum fördern eine Thrombose. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein ausreichender Flüssigkeitskonsum sind hingegen die beste Vorsorge.

Um die Muskelpumpe – also den dynamischen Druck bewegter Muskulatur auf die Venen – im Berufsalltag fit zu halten, eignen sich leichte Übungen, die den Blutfluss in den Beinen anregen, z. B. 20 Mal auf die Zehenspitzen stellen oder Fußkreisen. Diese sollte man auch während Bus- oder Flugreisen durchführen, die länger als vier Stunden dauern.

Quelle: www.dga-gefaessmedizin.de

Foto: Adobe Stock, Radnatt

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