Kleinkinder: Bildschirmzeit verfünffacht

Einer aktuellen Studie zufolge verbringen Kinder unter zwei Jahren heute täglich rund drei Stunden vor einem Bildschirm. Die Zeit, die Kleinkinder vor dem Fernseher verbringen, hat sich zwischen 1997 und 2014 sogar verfünffacht. Kinder bis fünf Jahre beschäftigen sich täglich außerdem eine halbe Stunde mit mobilen Geräten. Kinder- und Jugendärzte empfehlen hingegen, die Bildschirmzeit bei Kindern von zwei bis fünf Jahren auf höchstens eine Stunde pro Tag zu beschränken, und raten unter drei Jahren grundsätzlich vom Bildschirmkonsum ab.

Mit Streaming-Diensten und On-Demand-Programmen stehen heute viel mehr Kinderprogramme und -sendungen zur Verfügung. Es sei auch wahrscheinlich, dass viele Eltern das TV-Gerät als „Babysitter“ nutzen, erklärt Sarah Domoff, Direktorin des Family Health Lab der Central Michigan University. „Nach Recherchen meiner Mitarbeiter und mir kann Fernsehen teilweise auch dazu verwendet werden, das Verhalten von Kindern zu kontrollieren, sodass Eltern Aufgaben zu Hause erledigen können“, so die Expertin. „Wir wissen, dass ein Fernseher im Schlafzimmer eines Kindes das Risiko für Schlafstörungen und Fettleibigkeit erhöht“, fügt sie hinzu. „Darüber hinaus haben Untersuchungen ergeben, dass Kinder weniger Wörter von ihren Bezugspersonen hören und weniger Gespräche führen, wenn das TV-Gerät oder andere elektronische Medien eingeschalten sind, als wenn dies nicht der Fall ist. Daher kann eine übermäßige Bildschirmzeit Aktivitäten oder Erfahrungen beeinträchtigen, die für die kindliche Entwicklung wichtig sind.“

Studienleiter Professor Weiwei Chen vom Florida International University College of Public Health and Social Working in Miami weist ergänzend darauf hin, dass der Gebrauch von Tablets und mobilen Geräte über den Studienzeitraum hinaus möglicherweise noch deutlich zugenommen habe.

Ein Informationsflyer zum Mediengebrauch für Eltern steht zum Download unter: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/mediathek/empfehlungen-zum-bildschirmmediengebrauch/

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: Adobe Stock, Patric

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