Mandelentzündung: Wann wird es gefährlich?

Bei einer Mandelentzündung schmerzt jedes Schlucken höllisch, die Körpertemperatur ist häufig erhöht, und wenn man nicht aufpasst, bleibt die Entzündung über Wochen. Doch wann wird es kritisch?

Hat man früher die Mandeln ohne viel Aufhebens entfernt, ist man heute damit deutlich zurückhaltender. Denn sie sind Teil des lymphatischen Rachenrings, der ständig Viren, Bakterien und andere Erregern fernhält. Dazu befinden sich Tausende weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) im Inneren.

Besonders häufig leiden Kinder und Jugendliche an einer Mandelentzündung. Der häufigste Grund ist eine Ansteckung mit Viren oder Bakterien, speziell den Streptokokken. Somit kann eine Mandelentzündung auch durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, z. B. beim Husten, Niesen, durch einen Kuss oder einem Gespräch. Daher heißt es: Bitte zu Hause bleiben!

Die Symptome sind meist eindeutig: Der Rachen ist gerötet, die Mandeln angeschwollen und unter Umständen mit punktförmigen oder länglichen Eiterstippchen belegt. Ein unangenehmer Geschmack im Mund sowie Mundgeruch können ebenfalls hinzukommen. Das Hauptsymptom sind jedoch starke Halsschmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen und jedes Schlucken zur Qual machen. Die Lymphknoten können geschwollen sein, der Kopf schmerzt.

Bei allen Formen von Mandelentzündung helfen v. a. Bettruhe, feuchtwarme Umschläge, schmerz- und fiebersenkende Mittel, Lutschtabletten und Mundspülungen (z. B. mit Salbeitee). Auch Eis essen oder lutschen lindert den Schmerz. Bakterielle Mandelentzündungen werden außerdem mit einem Antibiotikum behandelt, um Folgeerkrankungen an Herz, Nieren und Gelenken vorzubeugen. Daher sollte ein Arzt jede Mandelentzündung kontrollieren. Tritt sie immer wieder oder dauernd auf, steht eine Entfernung der Mandeln – genauer sind es die Gaumenmandeln – im Raum. Allerdings klingt die Entzündung häufig von selbst wieder ab. Ist jedoch z. B. die Atmung oder der Schlaf stark beeinträchtigt, steht möglicherweise ein operativer Eingriff an. Doch auch hier ist oftmals eine Teilentfernung der Mandeln möglich. Somit kann ein Teil des wichtigen Immungewebes erhalten werden. Dies entscheidet der Arzt zusammen mit dem Patienten von Fall zu Fall. Da es nach dem Eingriff in etwa einem bis vier von 100 Fällen zu Nachblutungen kommt, sollten Patienten danach noch für einige Tage im Krankenhaus bleiben.

Quelle: EAT SMARTER, Portal für ausgewogene Ernährung, Fitness und Gesundheit, www.eatsmarter.de

Foto: DDRockstar - stock.adobe

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