Mindestens 37 Prozent aller Krebsfälle verhaltensbedingt

Viele Verhaltensweisen begünstigen Krebserkrankungen, doch in welchem Ausmaß? Ein Team von Wissenschaftlern am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat dies nun erstmals für die im Jahr 2018 in Deutschland zu erwartenden Krebsneuerkrankungen berechnet. Sie berücksichtigten dabei den Einfluss von Rauchen, hohem Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, Infektionen und ausgewählten Umweltfaktoren (Radon, Feinstaub, Solarien, Passivrauchen).

„Wir könnten weit über ein Drittel aller Krebsneuerkrankungen vermeiden, würden wir das Potenzial der Krebsprävention voll ausschöpfen. Das würde nicht nur Zehntausenden das Leben retten, sondern darüber hinaus noch deutlich mehr Menschen das Schicksal einer schweren Erkrankung und die damit verbundenen Belastungen ersparen“, so Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ.

Der tatsächliche Anteil verhaltensbedingter Faktoren dürfte noch deutlich höher liegen als die errechneten 37 %: Bei vielen Krebsarten sind die Zusammenhänge mit einzelnen Risikofaktoren noch nicht belegt und daher nicht in die Berechnung eingeflossen. Andere Belastungen wie natürliche UV-Strahlung konnten aus Mangel an Daten nicht einbezogen werden. „Berücksichtigen wir zusätzlich noch das Potenzial von Früherkennungsmaßnahmen, etwa der Darmspiegelung, so liegt der Anteil vermeidbarer Krebserkrankungen noch weitaus höher, schätzungsweise bei mindestens 50 %“, ergänzt Brenner.

Quelle: www.dkfz.de

Foto: © Gina Sanders - stock.adobe

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