Nachlassende Sehkraft: Häufig Grauer Star verantwortlich

In Deutschland leiden rund 10 Millionen Menschen an Grauem Star (Katarakt), darunter jeder Zweite zwischen 52 und 64 sowie über 90 % der Menschen über 75 Jahren leiden. Denn mit zunehmendem Alter steigt das Risiko dieser Eintrübung der Augenlinse. Neben dem Alter können auch Verletzungen, Medikamente oder Erkrankungen wie Diabetes die Entstehung eines Grauen Stars begünstigen. Bilder erscheinen getrübt, Farben verblassen und die Blendeempfindlichkeit nimmt zu. Dabei lässt sich die Erkrankung heute sehr gut behandeln, wie die Stiftung Auge informiert.

Nachlassende Sehstärke und -schärfe können erste Anzeichen eines Grauen Stars sein. Viele Betroffene verwechseln dies zu Beginn mit einer Alterssehschwäche und suchen oft erst Hilfe beim Augenarzt, wenn die Erkrankung ihren Alltag erheblich einschränkt. Prof. Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge, rät daher zur rechtzeitigen Augenuntersuchung. „Betroffene mit einer getrübten Linse laufen Gefahr, im Alltag zu stürzen oder in Verkehrsunfälle verwickelt zu werden.“

Der Graue Star lässt sich nur operativ beseitigen. Dabei handelt es sich aber um einen Routineeingriff und eine der häufigsten Operationen in Deutschland: Rund 800.000 Mal führen deutsche Augenärzte diese jedes Jahr durch. „Wenn die Linseneintrübung Patienten im Alltag, im Beruf oder im Verkehr beeinträchtigt, ist meist eine Operation sinnvoll und notwendig“, so Holz. „Die Operation gibt den Patienten ein großes Stück Lebensqualität zurück. Komplikationen treten dabei dank der großen Erfahrung der Kollegen und der fortschrittlichen, minimal-invasiven Operationstechnik äußerst selten auf.“

Bei der Operation ersetzt der Arzt die getrübte natürliche Linse durch eine passgenau auf den Patienten abgestimmte Kunstlinse. In den meisten Fällen können die Patienten das Krankenhaus noch am selben Tag wieder verlassen. Die Nachsorge erfolgt ambulant beim niedergelassenen Augenarzt oder in der Klinik. Nach der OP benötigt das behandelte Auge etwas Schonung. „Da sich die Sehstärke in der Zeit nach der Operation noch anpassen kann, ist auch zunächst auf Autofahren zu verzichten. Gegebenenfalls ist eine Brillenkorrektur nötig“, erläutert Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Mediensprecher der Stiftung Auge. Neun von zehn Katarakt-Patienten berichten nach der Operation von einer wesentlichen Verbesserung des Sehvermögens. „Die Betroffenen profitieren besonders von einer verbesserten Lebensqualität, da die OP Dinge wie Lesen oder Autofahren wieder ohne trübe Sicht möglich macht“, so der Experte.

Quelle: www.dog.org

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