Slackline: Tipps für Einsteiger

Alles begann in den 1970er-Jahren, als kalifornische Bergsteiger einen neuen Pausenspaß für sich entdeckten: An freien Tagen lieferten sie sich Balancier-Wettbewerbe auf ihren Kletterseilen. Aus dem wackeligen Akrobatenhobby entwickelte sich bald ein weltweiter Trendsport: das Slacklinen (engl. slack line = schlaffe Schnur).

Immer neue Weltrekorde: 200 m hoch und 650 m lang

Slacklines zwischen Heißluftballons, Wolkenkratzern oder Berggipfeln – regelmäßig werden neue Rekorde aufgestellt. So balancierte der Rosenheimer Extremsportler Alexander Schulz 116 m über Wasser, 200 m über dem Boden und auf 650 m Länge. Hingegen bedeutet eine 5-m-Slackline in Kniehöhe für Anfänger bereits eine Herausforderung und ist erst nach einigen Anläufen zu schaffen. Danach gibt es aber kein Halten mehr.

Sport mit Spannung: Slacklines befestigen

Zum Spannen wird in der Regel eine Ratsche verwendet und die Slackline für eine möglichst geringe Verletzungsgefahr etwa kniehoch gespannt (ca. 50 cm). Sie muss dabei hoch genug hängen und manchmal nachgespannt werden, um bei Belastung nicht den Boden zu berühren. Der Untergrund sollte einheitlich weich sein und Stürze abpuffern, z. B. Rasen oder Sand.

Zum Befestigen wird das Band um einen Baum (30–60 cm Dicke) oder stabilen Pfosten gelegt, der einer Belastung von einer Tonne problemlos standhalten muss. Die Line wird nun durch die Endschlaufe gezogen und festgezurrt. Der Hebel muss sich dabei nach unten öffnen. Da bei Bäumen direkt unter der Rinde lebenswichtige Gefäße verlaufen, müssen sie mit derben Matten, z. B. Teppichstreifen oder Fußmatte, geschützt werden. Auch Bodenanker eignen sich zur Befestigung. Die Line wird dann über einen stabilen Kasten, Keil oder ein Gestell geführt.

Einstieg: Von der Zitterpartie zum Slackline-Feeling

So mühelos der Sport bei Geübten anmutet, so wenig will die Slackline bei den ersten Versuchen stillhalten: Sie wackelt meist so stark, dass ohne Hilfe kein Schritt darauf möglich scheint. Denn zunächst versucht man, wie gewohnt, das Gleichgewicht über die Füße statt durch Verlagerung des Körpers herzustellen. Doch wie das Fahrradfahren fällt das Balancieren mit jedem Versuch leichter und wird nie mehr verlernt.

Los gehts: Start auf der Slackline

Beginnen Sie mit kontrolliertem Stehen, zunächst mit Festhalten, dann frei. Nach etwa einem Tag sind die meisten Einsteiger dazu in der Lage. In diesem Zug erfolgen bereits die ersten Schritte. Auch hierbei werden Sie schnell sicherer werden und nach wenigen Tagen die Slackline kontrolliert und ohne Hilfe überqueren können. Das Gute dabei: Distanz und Spannhöhe lassen sich fast beliebig steigern und die Übungen mit Tricks jeder Art weiterentwickeln. Wenn Sie sicher stehen und gehen, können Sie weitere Übungen trainieren, wie Seitwärtsstehen, Umdrehen, Rückwärtsgehen, Barfußlaufen, nach oben und unten sowie zur Seite schwingen, in die Hocke gehen, aufspringen, knien, sitzen, oder ablegen.

Tipps für den Einstieg:

  • breite (5 cm), feste Slackline
  • bequeme Kleidung sowie dünn besohlte Sportschuhe
  • höchstens 10 m Distanz zwischen den Fixpunkten
  • in mindestens einem Meter zum Befestigungspunkt starten
  • zweite Person als Stütze
  • auf einen Fixpunkt geradeaus statt nach unten blicken.
Foto: © soloveyigor - stock.adobe

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