"Werbung für Nikotinprodukte endlich verbieten!"

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.) fordert ein umfassendes Tabakwerbeverbot. Werbung für Zigaretten und auch E-Zigaretten sollte weder im Kino noch auf Plakaten erlaubt sein, die Politik müsse endlich handeln, so BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach heute in Berlin.

"Wir sind das letzte Land in der EU, in dem immer noch kein vollständiges Tabakwerbeverbot existiert. (…) Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko: Jedes Jahr sterben in Deutschland über 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Fast alle Raucher beginnen im Kinder- und Jugendalter und kommen dann kaum noch von ihrer Sucht los. Und jeder weiß, dass vor allem Jugendliche anfällig sind für die Klischeebilder der Werbung. (…) Zu den herkömmlichen Zigaretten sind seitdem sogar noch die E-Zigaretten gekommen, die mit coolem Design, verführerischen Farben und Aromen und besonders aggressiver Außen- und Kinowerbung vermarktet werden.“

Fischbach weiter: „235 Millionen Euro gibt die Industrie jährlich für Tabakwerbung aus, ganze zwei Millionen Euro der Bund für Rauchprävention. Auf 1 Euro für gesundheitliche Aufklärung kommen also 117 Euro für Tabakwerbung. Angesichts dieser Zahlen ist klar, dass Kampagnen und Aufklärungsmaßnahmen kaum Chancen haben. Auch E-Zigaretten sind gesundheitsschädlich. Ihr Aerosol enthält entzündungsfördernde, reizende und sogar krebserregende Substanzen. Dazu Nikotin, das eine körperliche und psychische Abhängigkeit verursacht. Im Tierversuch löst es Gefäßveränderungen aus. Es wirkt fruchtschädigend und fördert das Wachstum von bestehenden Tumoren. Studien zeigen: Jugendliche, die schon mal eine E-Zigarette probiert haben, haben ein doppelt so hohes Risiko, später auch zur Tabakzigarette zu greifen. 57 % der Bundesbürger unterstützen ein vollständiges Werbeverbot für E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte."

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: © ibreakstock - stock.adobe

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