Wespen: Nützlinge oder Spätsommerplage?

Sie fliegen auf Süßes, Duftstoffe und bunte Farben. Wespen teilen viele Nahrungsvorlieben mit dem Menschen und lassen sich daher gerne an dessen Speisen und Getränken nieder. Sie treten zurzeit besonders zahlreich auf. Denn der warme, trockene Sommer bot ihnen ideale Brutbedingungen.

Doch stechen Wespen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Ihr Gift sorgt dann für Schwellung und brennende Schmerzen, manchmal auch für allergische Reaktionen. Wichtig: Schlagen Sie nicht hektisch nach den Tieren und werfen Sie im Freien auf jeden Bissen und Schluck einen Blick, bevor er in Ihrem Mund verschwindet. Für süße oder fruchtige Getränke bietet sich ein Strohhalm an – oder der Umstieg auf das ohnehin gesündere Wasser. Lassen Sie im Freien keine Speisen, Getränke oder Abfälle stehen, und sparen Sie an Duftstoffen. Moskitonetze lassen sich rasch an Fenstern anbringen und halten auch Mücken und andere Plagegeister ab. Zitronella- und Nelkenöl in einer Schale (wirksamer bei Erhitzen in einer Duftlampe) hält Wespen ebenso ab wie frische Tomatenzweige oder Zitronenschnitze, in die kleine Gewürznelken gesteckt werden.

Wespenfallen sind nur in Ausnahmefällen erforderlich, z. B. bei hoher Aggressivität der Tiere oder der Anwesenheit von Säuglingen oder Kleinkindern. Dazu zählen z. B. Klebefallen mit Licht oder Lockstoffen aus dem Handel, ein Glas Bier oder eine offene Flasche Fruchtgetränk – jeweils halbvoll und mit wenigen Tropfen Spülmittel. Wohlwollende können die Wespen mit einer Ablenkfütterung von den Menschen weglotsen: Ca. 10 m entfernt eine Schale mit reifem Obst, z. B. Wassermelonenschnitzen oder Trauben, aufstellen. Verwenden Sie keine Insektensprays, da sie Mensch und Umwelt schädigen. Nester in Wohnraumnähe, welche die Tiere im Frühjahr anlegen, sollten fachmännisch (z. B. Feuerwehr) entfernt werden – sie werden allerdings im Herbst von den Tieren von selbst aufgegeben.

Nach einem Wespenstich helfen Kühlen – möglichst mit Eis – und das Auflegen (15 Min.) einer frischen halben Zwiebel, die wie Zugsalbe wirkt. Normalerweise ist der Stich zwar schmerzhaft, aber harmlos. Übermäßige Schwellung (z. B. des ganzen Unterarms), Schwindel, Fieber, Übelkeit oder Atemnot deuten jedoch auf eine allergische Reaktion hin, die umgehend ärztlich behandelt werden sollte. Bereits diagnostizierte Bienen-/Wespengiftallergiker sollten immer ihr Notfallbesteck bei sich tragen und den Umgang damit beherrschen. Außerdem bringt eine Desensibilisierung meistens Erfolg: Dabei werden vom Hautarzt über drei bis vier Jahre monatlich ansteigende Mengen des Giftes unter die Haut gespritzt, bis der Körper sich daran „gewöhnt“ hat.

Ein Wespen- oder Bienenstich innen im Hals oder Mund ist ein Notfall, da die Atemwege innerhalb weniger Minuten zuschwellen können. Hier gilt: Sofort den Notarzt rufen und von außen mit Eis kühlen (kalte Auflagen/Umschläge). Eis oder Eiswürfel lutschen, jedoch ohne zu schlucken (Flüssigkeit aus dem nach unten gerichteten Mund laufen lassen), da dies zur Verkrampfung führen könnte.

Meist können Wespen jedoch getrost ignoriert oder entspannt beobachtet werden. Denn sie suchen nur nach Nahrung, sind in der Regel nicht aggressiv und von Natur aus nützliche Räuber, die ihre Brut u. a. mit Fliegen, toten Insekten, Mücken, Raupen und Blattläusen versorgen. Wespen bestäuben auch Wild- und Nutzpflanzen. Nur zwei der vielen Arten besuchen den Menschen übrigens am Kaffeetisch: die Gemeine und die Deutsche Wespe.

Quelle: www.text-gesundheit.de

Foto: © GordonGrand - stock.adobe.com

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